Bilsteinzeit - ein Holzweg!

Seit einiger Zeit sucht die Stadt Warstein auf ihrer Internet-Seite nach Betreibern und Investoren für die "Bilsteinzeit". Als grafischen Aufhänger hat man sich ausgerechnet die Geiervoliere am Bilsteinfelsen ausgesucht - ein Gehege, das mitten in ein Biotop nach §62 Landschaftsgesetz NRW hineingeplant worden ist. Auf dem Papier hält man also an einem sinnlosen Plan weiter fest: Eine unseriöse Planung auf ´geschönten´ Grundlagen mit frei phantasierten Kostenansätzen..

 

Am 6. November beschloss der Rat der Stadt Warstein, das Planungskonzept "Bilsteinzeit" zur Grundlage weiteren Planens rund um die Bilsteinhöhle zu machen, konkret: Das vorgelegte Konzept soll realisiert werden. Die Stadt Warstein soll ein Bebauungsplanverfahren einleiten und einen Investor/Betreiber suchen, der die Pläne anschließend verwirklicht.

Aber: Liegt überhaupt ein Konzept vor, das verwirklicht werden kann? Um diese Frage hat man sich herumgedrückt. Eine ausführliche, detailliert begründete, ablehnende Stellungnahme der WAL-Fraktion sollte dem Fachausschuss mit allen Mitteln vorenthalten werden. Man hatte sicher seine guten Gründe für diese Strategie.

Es gibt zahllose Schwachstellen am Konzept "Bilsteinzeit", nur auf einige grundlegenden kann hier eingegangen werden.

Fazit:
Mit dem Planungskonzept Bilsteinzeit wurde eine völlig unzureichende und letztlich nicht seriöse Planungsgrundlage vorgelegt. Spätestens bei der Aufstellung des Bebauungsplanes werden die zahlreichen Mängel offenbar werden, wird sich zeigen, dass diese Planung nicht umsetzbar ist (worauf der Kämmerer der Stadt Warstein übrigens im zuständigen Kulturausschuss bereits hingewiesen hat - das wollte man aber nicht hören). Selbst der Technische Beigeordnete der Stadt Warstein, R. Hoffmann, sieht - laut Pressebericht - eine "besondere Brisanz", da die Planungen in bestehende Landschafts- und Naturschutzgebiete [sic!] eingreifen würden. Bisher hatte man den Mitgliedern von Rat und Ausschuss immer erklärt - mit Verweis auf R. Hoffmann! - hier seien keinerlei Bedenken der Naturschutzbehörden zu erwarten.
Ärgerlich ist dabei, dass wieder für lange Zeit nötige und sinnvolle Schritte im Bilsteintal unterbleiben werden, mit Verweis auf die angeblich großen Pläne.
Bezeichnend ist, dass selbst Ratsmitglieder, die dem Konzept zugestimmt haben, mit dem Brustton der Überzeugung sagen "Das kommt sowieso nie!"
Bleibt für das Bilsteintal zu hoffen, dass diese Leute richtig liegen mit ihrer Aussage, nicht mit ihrem widersinnigen Abstimmungsverhalten...

Stefan Enste, November 2006

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