Presseschau 4. Quartal 2002

Nr. 85
Warsteiner Anzeiger, Lokalteil Warstein
9. Oktober 2002

Freizeitachse Höhle-Brauerei
Gutachter: Räumliche Verbindung ist Prämisse
für erfolgreiche "Naturfaszinationen"

von Christian Clewing

WARSTEIN • Das Bilsteintal mit der Höhle und dem Wildpark auf der einen, Brauerei mit Produktionsstätte und Besucherzentrum auf der anderen Seite: Nach Vorstellungen der "ift Freizeit- und Tourismusberatung" ist die Schaffung einer "Freizeitachse" mit diesen beiden Endpunkten die Prämisse dafür, dass die "Warsteiner Naturfaszinationen" ihr Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft ohne Zuschüsse ausnutzen können. Das ist das Fazit der Machbarkeitsstudie, der nun Projekt- und Maßnahmenuntersuchung sowie Realisierungsfahrplan folgen werden. Eindeutiges Signal des Gutachters war aber auch: Besucherzahlen wie Anfang der 90-er Jahre mit weit über 90 000 Höhlen-Gästen muss man angesichts verstärkter Konkurrenz nahe den Quellgebieten der Zielgruppen endgültig ad acta legen.
Ziel des Projektes "Warsteiner Naturfaszinationen", mit dem sich ein interfraktioneller Arbeitskreis beschäftigt, ist eine Attraktivierung des Bilsteintals durchs Ausschöpfen der vorhandenen Potenziale. Diese beleuchtete ift: Romantische Winkel, ein attraktives Landschaftsbild, die Kombination aus Schauhöhle, Wildpark und Lehrpfaden, die Öffnungszeiten der Höhle, die wiedereröffnete Gastronomie und die Parkplatzsituation wurden unter anderem als Positiv verbucht. Dazu zählen auch das Mitwirken der Brauerei und die Chance zur Vernetzung mit dem im Bau befindlichen Besucherzentrum. Nicht zuletzt mit Blick auf den Bekanntheitsgrad der Bierbrauer, denn nach Aussage der Gutachter spiele bei den Freizeitangeboten das Markendenken, die Identifikation mit einer Marke eine immer größere Rolle. Beispiel: Warner Bros. Movie-World. Nur einer der direkten Höhlen-Konkurrenten, die nahe des Ruhrgebietes ebenso wie andere erlebnisorientierte Attraktionen dem hiesigen Highlight nicht nur die sprichwörtliche Schau, sondern auch die Schulklassen als Zielgruppe stehlen. Ein generelles Problem des Sauerlandes.
Den künstlichen Konkurrenten solle man als "naturnaher Erlebnisraum" gegenübertreten. Angedacht wird in dem Gutachten auch die Übergabe des Bilsteintals in private Hände als Betreiber. Erforderlich auf dem Weg zur erfolgreichen Naturfaszination sei aber die Angebotserweiterung, sprich das Ausschöpfen der vorhandenen Ressourcen, und eine professionelle Vermarktung. Punkte, die unter Schwächen eingeordnet wurden, ebenso wie die Gestaltung des Zugangsbereichs zur Höhle, die Beschilderung, die Anbindung für Radfahrer und ans Nahverkehrsnetz, der leere Gebäudebestand und das nicht am Fundort untergebrachte Höhlenbärskelett.

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Nr. 86 Westfalenpost, Lokalteil Warstein
13. Oktober 2002
Westfälische Rundschau, Lokalteil Warstein
14. Oktober 2002

Auf Freizeitachse liegt Zukunft von Bilsteinhöhle und Wildpark

Schnoadloipres in der Bilsteinhöhle
Einmaliges Erlebnis: die Bilsteinhöhle soll wieder mit in das Interesse der Öffentlichkeit rücken. WR-Bild: obi

Warstein. (AO) Eine Reise in die Geschichte unternahmen die "Wösken Schnaodloipers" und ihre Familien als sie die Bilsteinhöhle besichtigten. Zugleich warfen sie aber auch einen Blick in die Zukunft, denn das Thema Höhle ist derzeit in aller Munde.
Noch im Jahr ihrer Entdeckung 1887 wurde die Bilsteinhöhle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Führte der Weg die Besucher damals unwegsam von oben über Leitern in die Tiefe, gibt es seit 1937 den heutigen Zugang an der Seite des Felsens. Geht es nach der Machbarkeitsstudie, die für die "Naturfaszination Bilsteintal" erstellt wurde, dürfte sich jedoch auch daran etwas ändern, wie die Schnaodloipers hörten. Denn sie ließen sich von Höhlenführer Gerd Menke nicht nur über die Tropfsteinformationen informieren, sondern erfuhren von Dietmar Lange, Mitglied der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Rates, auch etwas über die mögliche Zukunft von Höhle und Wildpark. Ein neuer, großzügigerer Eingangsbereich am heutigen Höhlenausgang spielt bei diesen Überlegungen ebenso eine Rolle, wie der Ausbau der früheren Jugendherberge zu einem Informationszentrum.
Längst sind die Glanzzeiten vorbei, in denen jährlich über 90 000 Besucher gezählt wurden. Nach aktuellem Stand hat sich diese Zahl halbiert. Bei den Überlegungen, wie sich dieser Abwärtstrend stoppen lässt, ist die Arbeitsgruppe zu dem Schluss gekommen, dass reine Kosmetik - hier ein neuer Zaun, dort ein neues Tiergehege - nicht weiterhelfen. Zu diesem Schluss kommt auch die Studie, die in der Verbindung von Naturfaszination und Besucherzentrum der Brauerei zu einer "Freizeitachse" erfolgsversprechendes Besucherpotenzial sieht.
Das einmalige Ensemble aus Höhle, Wildpark, Lehrpfaden und Gastronomie, die Öffnungszeiten sowie die große Zahl der Parkplätze listet das Gutachten als Pluspunkte auf. Fehlende professionelle Vermarktung, die erwähnte Eingangssituation, fehlende Beschilderung und Anbindung an das Nahverkehrsnetz schlagen auf der Negativseite zu Buche.
"Versucht gemeinsam ein positives Ergebnis für die Stadt herauszuarbeiten", forderte Schnaodloiper-Vorsitzender Thomas Oppmann die Politik auf. Neben Lange waren Ortsvorsteher Bernd Schauten und Vize-Bürgermeister Manfred Gödde zu dieser Veranstaltung gekommen.

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Nr. 87 Warsteiner Anzeiger, Lokalteil Warstein
15. Oktober 2002
 

 

Schnaodloipers fasziniert von Warsteiner Höhlengeschichte

Eine Reise in die Geschichte unternahmen die "Wösken Schnaodloipers" und ihre Familien als sie die Bilsteinhöhle besichtigten. Zugleich warfen sie aber auch einen Blick in die Zukunft, denn das Thema Höhle ist derzeit in aller Munde. Noch im Jahr ihrer Entdeckung 1887 wurde die Bilsteinhöhle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Führte der Weg die Besucher damals unwegsam von oben über Leitern in die Tiefe, gibt es seit 193 7 den heutigen Zugang an der Seite des Felsens. Geht es nach der Machbarkeitsstudie , die für die "Naturfaszination Bilsteintal " erstellt wurde, dürfte sich jedoch auch daran etwas ändern, wie die Schnaodloipers hörten. Denn sie ließen sich von Höhlenführer Gerd Menke nicht nur über die Tropfsteinformationen informieren, sondern erfuhren von Dietmar Lange, Mitglied der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Rates, auch etwas über die mögliche Zukunft von Höhle und Wildpark. Ein neuer, großzügigerer Eingangsbereich am heutigen Höhlenausgang spielt bei diesen Überlegungen ebenso eine Rolle, wie der Ausbau der früheren Jugendherberge zu einem Informationszentrum. Bei den Überlegungen, wie sich der Besucher-Abwärtstrend stoppen lässt ist die Arbeitsgruppe zu dem Schluss gekommen, dass reine Kosmetik hier ein neuer Zaun, dort ein neues Tiergehege - nicht weiterhelfen.

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Nr. 88
Westfälische Rundschau, Lokalteil Warstein
17. Oktober 2002

Spaghetti für Kids, Mais für Rehe


"Knax-Tag" im Bilsteintal

Hauptsache was zu essen: Waschbärin "Mäuschen" hatte beim Besuch in ihrem Gehege die Ruhe weg. (WR-Bild: Wulf)

Warstein. (wu) Wissen Sie, was Rehe am liebsten fressen - Currywurst, Schokolade oder Mais? Oder wer der erste Höhlenbewohner war - ein Höhlenbär, die Biene Maja oder der Yeti?
Lustige und spannende Naturerlebnisse standen gestern auf dem Programm beim großen Knax-Klub Erlebnistag der Sparkasse. Rund um die Warsteiner Bilsteinhöhle wurde Allerlei geboten. Und auch das Wetter spielte, zumindest lange Zeit, gut mit.
Neben Höhlenführung, Gewinnspiel und Face-Painting gab es vor allem beim Rundgang durch den Wildpark eine Menge zu sehen. Der Baummarder entpuppte sich als possierliches Tierchen. Waschbärin "Mäuschen", die alles andere als eine Kostverächterin ist, durfte von einigen Kindern sogar gestreichelt werden. Dagegen hieß es bei den Luchsen Abstand wahren - wer dem Gitter zu nahe kam, wurde respektlos angefaucht.
Während Revierförster Henning Dictus in lockerer Form so manche Information bereit hielt, hatte Höhlenführer und Tierpfleger Heinz Greifenstein bei den Luchsen seinen großen Auftritt. Wie ein Dompteur im Käfig fütterte er die großen Katzen, die akrobatisch nach den Fleischstücken sprangen.
Für das leibliche Wohl war bei Spaghetti und Sauerländer Eintopf ebenfalls bestens gesorgt.

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Nr. 89
Warsteiner Anzeiger, Lokalteil Warstein
17. Oktober 2002
 

Höhlenforscher und Tierkundler auf Erkundungstrip

Über Stalagmiten-"Wachstum" und den Fluchtreflex von Rotwild: Sparkasse bat Kinder zum Erlebnistag in den Wildpark. Waschbären, Luchse und Marder beobachtet

"Knax-Tag" im Bilsteintal

Waschbär "Mäuschen" ist handzahm: Förster Henning Dictus empfahl ein paar Streicheleinheiten. • Foto: Grotjohann

WARSTEIN • Nur ein paar Schritte, und die Höhlenforscher waren mittendrin in einer anderen Welt. Über Stufen, durch enge, zerklüftete Gänge, vorbei an karstigen Felsvorsprüngen liefen sie - "ein paar Mal war ich schon hier drin, aber so eine Führung macht immer wieder Spaß", sagt Grundschülerin Miriam.
Die Sparkasse hatte zum Erlebnistag des Knax-Klubs in den Wildpark eingeladen - treffend war der Titel auch diesmal: Rund 30 Kinder, "im Schlepptau" rund ein Dutzend Mütter und Väter, ließen sich das "Wachstum" von Stalagmiten und den Fluchtreflex von Rotwild erklären. Führerin Bianca Bremerich schnitt ihre "Höhlenlektion" auf die kleinen Gäste zu: Figuren, zum Beispiel die Zwergenfamilie und die Eule, die man mit ein bisschen Phantasie in den Steinformationen erkennen kann, beschrieb sie den Knirpsen. "Gerade Kinder reizen diese Details", weiß die Schülerin. Da hakt Devin, 5, ein: "Ja, den Schwanz von der Maus, die die Eule im Schnabel hat, hab' ich ganz genau gesehen." Den wachen Blick für die Kleinigkeiten beobachtete auch Manfred Gödde; der Marketing-Experte der Sparkasse hatte sich am "Höhlentreff" postiert, lotste die "Knaxianer" zur Höhle und drückte ihnen ein paar Quizfragen in die Hand. "Wie hoch ist der Baum, auf dem der Fuchs hockt?" Solche Rätsel lösten kleine Gäste nach dem Rundgang spielend. "Die Kinder ernst zu nehmen, ist uns ganz wichtig", sagt Gödde; dieser "Service" sei auch für die kleinen Kunden selbstverständlich.
"Na klar lebt der", parierte Revierförster Henning Dictus kurz darauf das Staunen über den Fuchs, der in einem Baumwipfel kauerte. Der Parkbewohner fällt aus der Rolle: "Jeder Jäger lernt, dass Füchse eigentlich nicht klettern", so Dictus. Die Kinder "klebten" an den Gehege-Zäunen, beobachteten das zögernde "Heranpirschen" des Rotwilds. Ganz nah kamen sie Waschbär "Mäuschen", der, nach einer Futterration, ganz still hielt und sich streicheln ließ. • aj

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Nr. 90 Westfalenpost, Lokalteil Warstein
19. Oktober 2002

Mehr Erlebnis kostet Geld

Wie geschaffen als Besucher- und Informationszentrum für das Bilsteintal: Die alte Jugendherberge. Nur müsste auch in sie kräftig investiert werden, wie die CDU vor Ort erfuhr. Foto: Armin Obalski

Warstein. (AO) Die Erwartungen potenzieller Besucher haben sich geändert, die Stadt aber was Höhle und Wildpark betrifft nicht reagiert. Rapide gesunkenen Besucherzahlen könnte mit der "Naturfaszination Bilsteintal" begegnet werden.
"Das wird ein großer Knaller", zeigte sich Dietmar Lange, Vorsitzender der CDU-Ortsunion Warstein und Mitglied im interfraktionellen Arbeitskreis, der sich mit Perspektiven für die Höhle und ihrer Umgebung befasst, bei der Veranstaltung "CDU vor Ort" überzeugt. Zuvor hatte Wolfgang Heppekausen, Fachdienstleiter für Stadtmarketing, berichtet, woran es hapert: "Es hätte schon viel getan werden können, aber es ist entmutigend, wenn die Mittel fehlen." Damit meinte er Geld für Personal, für attraktivere Angebote in der unbestritten wunderbaren Natur und eben für die Vermarktung.
Nach der Wiedervereinigung zählte die Höhle bis zu 100 000 Besucher im Jahr. Seit einiger Zeit bleiben jedoch vor allem Gruppen und Schulklassen aus und das, so Heppekausen, liegt nicht allein daran, dass auch Geld für Schulfahrten nicht mehr so locker sitzt. Vielmehr würden Ziele heute nach ihrem Erlebnischarakter ausgewählt. Wie dieser herzustellen ist, darüber berät die interfraktionelle Arbeitsgruppe.
Am 29. Oktober werden die Fraktionen die Grundlagenprüfung als erste Stufe der Machbarkeitsstudie der Freizeit- und Tourismusberatungs GmbH aus Köln beraten und dann die Frage zu beantworten haben, ob es sich lohnt, in das Bilsteintal zu investieren. Lange sieht keinen Dissenz unter den Politikern und rechnet mit einem eindeutigen Ja. Dann aber müsse es möglichst zügig an die Stufen zwei und drei, die Maßnahmenentwicklung und den Realisierungsfahrplan gehen, "ohne sich an Kleinigkeiten festzubeißen".
Bereits bemüht, mehr Naturerlebnis zu bieten, ist der Wildpark. Das Luchsgehege ist dafür nur ein Beispiel. Zu festen Zeiten jedoch öffentliche Fütterungen anzubieten, wie von Zuhörern vorgeschlagen, ist wiederum eine Personal- und damit Geldfrage, machte Förster Henning Dictus klar.
Geteilt waren die Meinungen, ob die Besucher bei entsprechend interessantem Angebot Eintrittspreise akzeptieren würden. Rüdiger Lopsien etwa sah diese Bereitschaft und Ferdi Morbusch erinnerte daran, dass diese Frage schon vor Jahren diskutiert worden sei - Ergebnis bis heute offen.

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Nr. 91 Warsteiner Anzeiger, Lokalteil Warstein
19. Oktober 2002
 

"Natur und Gastronomie, damit muss man powern"

CDU-Ortsunion beleuchtete mit Wolfgang. Heppekausen und
Henning Dictus die "Naturfaszination Bilsteintal'

WARSTEIN - Die "Machbarkeitsstudie" für die "Freizeitachse" mit Besucherzentrum der Brauerei und der Aufwertung des Bilsteintals rund um die Höhle in Warstein liegt den Fraktionen vor. Bereits seit zwei Jahren wird schon über die Attraktivitätssteigerung der Höhle und des Umfelds beraten. In Dietmar Langes Augen "schon etwas zu lange", so der Vorsitzende der CDU-Ortsunion Warstein. Nach Meinung der überregionalen Politiker soll in Warstein "bloß was gemacht werden, denn Gastronomie und die Natur vor Ort sind da", erklärte Dietmar Lange beim Rundgang der CDU an der Höhle. "CDU vor Ort" heißt die Reihe, bei der sich die Mitglieder der Union an "Brennpunkten" der Kommunalpolitik treffen.
Diesmal erläuterten Wolfgang Heppekausen, Stadtmarketingleiter, und Henning Dictus, Revierförster im Bilsteintal, die Inhalte der "Machbarkeitsstudie" und gaben aktuelle Informationen rund um den Naturpark an der Höhle. Heppekausen stellte Projekte wie zum Beispiel die Umgestaltung der Jugendherberge zu einem Empfangs- und Informationszentrum vor. Zudem sollen zur Aufwertung der "Naturfaszination Bilsteintal" neben dem schon renovierten "Höhlentreff" auch die Höhle und der Tierpark rundherum attraktiver gemacht werden. "Dass wir die Natur hier haben und auch die Gastronomie da ist, das sind Punkte, mit denen man powern' kann", so Dietmar Lange. Die angespannte Finanzlage aber schließe eine Kostenübernahnie der Stadt fast völlig aus. "Erste Hilfe, ein Warsteiner", trifft der Titel eines alten Höhlenführers das Problem, denn nur mithilfe der Warsteiner Brauerei könne das Projekt finanziert werden. Warsteins Naturwelt und auch dem Ortsteil würden mehr Besucher guttun.

Vor Ort informierte sich die CDU-Ortsunion Über die Naturfaszinationen. Foto: Oppmann

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Nr. 92
Warsteiner Anzeiger, Lokalteil Warstein
19. Oktober 2002
 

Die Rückkehr gewandter Jäger

Rund um Warstein könnten sich bald Luchse
ansiedeln. Experten-Symposium in Arnsberg

WARSTEIN - Die grau-beige gesprenkelten Vierbeiner scheuen die Nähe zu Menschen, sind zudem meist nachts auf Beutezug. Henning Dictus würde die fast ein Meter langen Katzen gern im Staatswald zwischen Möhnesee und Arnsberg, ebenso im Warsteiner Stadtwald "einziehen" lassen. Die Auswilderung von Luchsen, so der Revierförster, würde einen "wichtigen Schritt zurück zu natürlichen Verhältnissen" bedeuten. Er besucht demnächst ein Symposium zur Luchs-Wiederansiedlung in Nordrhein-Westfalen, zu dem der Ökologische Jagdverein und der Sauerländische Gebirgsverein am Samstag, 9. November, nach Arnsberg-Obereimer einladen.
Als Betreuer eines von drei Luchsen bewohnten Schaugeheges im Wildpark könnte Dictus die Wiedereinbürgerung der Großkatzen in ihrem ursprünglichen Habitat aus der Nähe beobachten. Er sei, sagt Henning Dictus, frühzeitig in die Vorbesprechungen der Konferenz einbezogen worden. Unter anderem Biologen und Förster "erwägen nämlich, in solchen Schutzräumen aufgewachsene Luchse schrittweise an Freiheit in deutschen Wäldern zu gewöhnen". "Auch im Wildpark könnte diese Auswilderung stattfinden", meint Dictus. Und wenn dann auch noch eine Luchsin - die drei Wildpark-Katzen sind Männchen - ins Warsteiner Areal einziehe, könne hier die Zahl der gewandten Jäger wachsen. Auf "rund 100 Tiere" schätzt Dictus die Luchs-Population in Deutschland, fast durchweg in Natur- und Nationalparks leben die Raubkatzen. Während des Symposiums sollen Vorträge von Experten, darunter Veterinäre und Biologen aus Polen, der Schweiz und Dänemark, die Ansiedlungschancen der Katzen hierzulande beleuchten. In puncto Förderung der Raubtier-Verbreitung könne Deutschland durchaus Fortschritte machen. "Sogar in der kleinen Schweiz hat sich nach dem Aussetzen einiger Exemplare ein Bestand von über 100 Tieren gebildet", so Dictus.
Vor 150 Jahren wurde der Luchs in Deutschland ausgerottet. Die Wiedereinbürgerung des "Einzelgängers" Männchen und Weibchen begegnen sich gelegentlich, leben aber getrennt - würde die Verbreitung einer in Europa raren Raubkatzenspezies bedeuten. Dictus räumt mit der von Laien oft falsch verwendeten Bezeichnung der Luchse auf: "Es sind keine Wildkatzen, die Wildkatze ist eine eigenständige Art und kommt zum Beispiel im Hunsrück oder im Schwarzwald vor. Der Luchs dagegen ist die größte heimische Katzenart." aj

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Nr. 93
Westfälische Rundschau, Lokalteil Warstein
16. November 2002

Pinselohren im Warsteiner Stadtwald

Fütterung der wilden Tiere: Im Warsteiner Wildpark sind die Luchse aus nächster Nähe zu beobachten. Schon bald könnten die großen Katzen im Sauerland wieder heimisch werden. (WR-Bild: Wulf)

Warstein. Warstein - international bekannt nicht nur für sein Bier sondern bald auch für seine Luchse? Experten planen, die großen Katzen mit den Pinselohren wieder auszuwildern, und das Schaugehege im Warsteiner Wildpark spielt dabei eine große Rolle.
Vor einigen Tagen trafen sich 120 Fachleute in Obereimer zur Luchs-Fachtagung (die WR berichtete). Ziel: der Luchs, vor ca. 150 Jahren in Deutschland ausgerottet, soll in Nordrhein-Westfalen wieder heimisch werden. Bis zu 50 freilaufende Luchse könnte es dann im Sauerland geben. Derartige Projekte laufen bereits z.B. im Harz, in der Pfalz und in Bayern.
"In Zukunft könnten auch im Warsteiner Stadtwald Luchse zu sehen sein", sagt Revierförster Henning Dictus, der an der Luchstagung teilnahm. Allerdings: "Der Waldspaziergänger wird aller Voraussicht nach keinen direkten Kontakt mit den Wildluchsen haben." Die Tiere haben eine Scheu vor Menschen und in Regionen, wo Luchse frei leben, habe es bislang auch keine Zwischenfälle oder Probleme gegeben.
Zurzeit wird untersucht, welcher Lebensraum für das Luchs-Projekt geeignet ist. Es zeichnet sich ab, dass das Sauerland die Nase vorn hat. Und wenn man sich dann noch entschließt, nicht auf Wildfänge, sondern auf Wildgehegetiere zurückzugreifen, hätte Warstein sehr gute Karten. Denn in den Regionen, wo Luchse bereits ausgesiedelt wurden, ist die Neugier groß: alle wollen die Luchse sehen. Das ist aber in einem drei bis fünf Hektar großen Areal weder möglich noch gewünscht. Und so richtet man für die Naturfreunde Schaugehege ein - Warstein besitzt ein solches schon.
"Das wäre ein großer Prestigegewinn und enormer Werbeeffekt. Es würden wesentlich mehr Gäste nach Warstein kommen, um die Luchse zu sehen", betont Dictus. Das Projekt könnte bereits in wenigen Jahren Wirklichkeit werden. Der Ablauf: Die drei männlichen Luchse im Warsteiner Wildpark bekommen eine Luchsin hinzu. Nachwuchs dürfte sich schnell einstellen und die Jungtiere werden dann nach acht bis 12 Monaten ausgewildert.
Alle freigelassenen Luchse bekommen übrigens einen Sender mit und werden so von der Ruhr-Uni Bochum auf Schritt und Tritt verfolgt. Henning Dictus: "Die Wiederansiedlung der Luchse ist ein Schritt zurück in eine intaktere und artenreichere Naturlandschaft." Von Bernd Wulf

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Nr. 94
Westfälische Rundschau, Lokalteil Warstein
27 . Dezember 2002

Reinrutschen im Höhlentreff

Warstein/Hirschberg. Wer noch unentschlossen ist, wie und wo er ins neue Jahr rutschen will, sollte nicht mehr zu lange zögern: Für den großen Silvesterball im Warsteiner Höhlentreff sind nur noch wenige Karten verfügbar.
Im Höhlentreff lässt sich der Jahresausklang und Rutsch ins neue Jahr auch in diesem Jahr wieder stilvoll feiern. Die Gäste erwartet eine festliche Atmosphäre, ein Buffet mit vielen exquisiten Speisen sowie ein großes Feuerwerk.
Für dezente Musik während des Dinners und später dann für Stimmung auf der Tanzfläche wird die Live-Band "Ohrwurm" sorgen. Sie wird die Gäste mit einer bunten Mischung aus deutschen Schlagern und volkstümlicher Stimmungsmusik sowie Oldies und Rock-Hits der 70er und 80er Jahre, Dancefloor und aktuellen Chart-Hits mitreißen.
Karten werden in zwei verschiedenen Kategorien angeboten: Mit einer Karte für 50 Euro startet der Silvesterball ab 19:30 Uhr mit einem großen kalt-warmen Dinner-Buffet. Alle Getränke außer Longdrinks und Cocktails sind inklusive, ebenso wie ein Mitternachtssnack mit Käse und Kuchen und ein Bus-Shuttle von der Domschänke oder vom Welcome Landhotel & Gasthof Cramer zum Höhlentreff und zurück.
Mit einer Karte für 30 Euro ist man ab 22:30 Uhr dabei. Sie umfasst dann - abgesehen vom großen Dinner-Buffet - dieselben Leistungen.
Karten für den Silvesterball sind in begrenzter Anzahl im Welcome Landhotel & Gasthof Cramer in Hirschberg erhältlich. Eine telefonische Reservierung ist unter der Telefonnummer Tel: 02902-9880 möglich.

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